Steuerberaterkosten bei der Erbschaftsteuer

Welche Gebühren fallen denn an bei einer Erbschaftsteuererklärung?

Die Gebühren bei einer Erbschaftsteuererklärung richten sich grundsätzlich nach § 24 Nr. 12 und 13 der Steuerberatergebührenverordnung, https://www.gesetze-im-internet.de/stbgebv/__24.html.

Hiernach ist ein Rahmen von 2/10 bis 10/10 gegeben nach der Tabelle A, die sich im Anhang zu der Steuerberatergebührenverordnung findet.

Hätten wir also einen beispielhaften Gegenstandswert von 100.000 EUR, ergibt sich eine volle Gebühr von 1.354 und ein Spielraum des Steuerberaters zwischen 270 und den 1.354 EUR.

Sinnvoll erscheint uns daher – im Interesse einer für den Mandanten nachvollziehbaren und von ihm als interessengerecht empfundenen Honorarkalkulation – nach Aufwand abzurechnen und dabei aber als unterste Grenze den durch die Steuerberatergebührenverordnung gesteckten Rahmen anzusehen.

Können diese Kosten der Erstellung einer Erbschaftsteuererklärung abgesetzt werden?

Das Honorar des Steuerberaters für die Erstellung der Erbschaftsteuererklärung, für Erklärungen zur gesonderten Feststellung sowie Kosten für ein externes Gutachten zur Verkehrswertfeststellung (z.B. von Immobilien) sind im Rahmen der Erbschaftssteuererklärung als Erbfallverbindlichkeiten voll abzugsfähig und mindern somit den steuerpflichtigen Erwerb. Auch bei Schenkungen können die anfallenden Steuerberaterhonorare für die Erstellung der Erklärungen voll abgezogen werden. Kosten für Rechtsmittel im Steuerstreit sind nach Auffassung der Finanzverwaltung nicht abzugsfähig, diese Sichtweise ist aber umstritten.

Und wie sieht es mit den Steuerberaterkosten im Zusammenhang mit Steuererklärung des Erblassers aus?

Oftmals müssen für den verstorbenen Erblasser auch nach dessen Tod noch Steuererklärungen für vorangegangene Zeiträume erstellt werden (Bsp.: Erblasser verstirbt im Frühjahr des Jahres 02, die Einkommensteuererklärung des Jahres 01 war zu diesem Zeitpunkt noch nicht erstellt). Nach Auffassung der Finanzverwaltung gilt hier das Verursacherprinzip: Beauftragt der Erbe den Steuerberater mit der Erstellung der Erklärungen, sind die Kosten dafür nicht abzugsfähig. Hat der Erblasser dagegen den Steuerberater zu Lebzeiten noch mit der Erstellung der Erklärungen beauftragt oder übt der Steuerberater ein Dauermandat aus, welches durch den Erben nicht beendet wurde, ist das Honorar des Steuerberaters voll abzugsfähig.
Im Fall von zu berichtigenden Steuererklärungen des Erblassers geht die Berichtigungspflicht auf den Erben über. Nach Auffassung der Finanzverwaltung sind die Kosten des dann vom Erben beauftragten Steuerberaters nicht abzugsfähig – die Rechtsprechung geht jedoch in die Richtung, dass diese Steuerberaterkosten auch dann berücksichtigungsfähig sind, wenn der Erbe den Steuerberater mit der Korrektur der Erklärungen beauftragt (vgl. FG Baden-Württemberg , Urteil vom 15.05.2019 – 7 K 2712/18).

2020-04-24T22:15:16+02:00

Steinbock und Partner