Schlüsselherausgabe an den Arbeitgeber

Schlüsselherausgabe an den Arbeitgeber nach der Kündigung

 Nicht selten kommt es vor, dass Arbeitnehmer Firmenschlüssel besitzen. Kündigt ihnen der Arbeitgeber, so ist auch das Herausgabeverlangen der Schlüssel durch den Arbeitgeber keine Ausnahme. Regelmäßig wird der Beschäftigte hierbei gebeten sämtliche Schlüssel unverzüglich abzugeben. Wie aber verhält es sich in der Situation am besten? Ist der Arbeitnehmer zur sofortigen Herausgabe sämtlicher Schlüssel verpflichtet?

Müssen Firmenschlüssel umgehend herausgegeben werden?

 Die Schlüssel des Betriebs werden dem Beschäftigten regelmäßig nur auf Zeit überlassen. Tut der Arbeitgeber sein Herausgabeverlangen kund, so muss die Schlüsselübergabe an den Arbeitgeber erfolgen. Der Arbeitnehmer hat an diesen kein Zurückbehaltungsrecht. Vielmehr stehen sie zumeist im Eigentum des Arbeitgebers, sodass dieser sie jederzeit herausverlangen kann.

Akzeptiere ich mit der Herausgabe stillschweigend die Kündigung?

 Nein! Die Rückgabe der Schlüssel geschieht aufgrund eines Herausgabeanspruchs des Arbeitgebers. Dieser ist jedoch losgelöst von der Wirksamkeit einer ausgesprochenen Kündigung. Durch die Herausgabe der Schlüssel stimmt der Arbeitnehmer der Kündigung also gerade nicht zu. Umgekehrt stellt das – rechtswidrige – Behalten der Schlüssel auch keinen beachtlichen Widerspruch gegen die Kündigung dar.

Muss der Arbeitgeber die Rückgabe quittieren?

 Grundsätzlich hat der Beschäftigte keinen Anspruch auf eine Quittung bei Rückgabe der Schlüssel. Nichtsdestotrotz sollte er eine solche hierbei verlangen. Regelmäßig wird der Arbeitgeber eine solche problemlos ausstellen. Tut er dies nicht, so kann ein die Rückgabe der Schlüssel bezeugender Arbeitskollege eine gute Alternative sein. Sowohl die Quittung als auch ein Zeuge können bei Streitigkeiten rund um die Schlüsselübergabe taugliche Beweismittel in einem gerichtlichen Verfahren darstellen.

Kann ich dem Arbeitgeber die Schlüssel auch per Post zusenden?

 Ein generelles Verbot die Firmenschlüssel postalisch an den Arbeitgeber zu senden gibt es nicht. Möglicherweise ist im Arbeitsvertrag geregelt, wie und wo die Rückgabe von Arbeitsmitteln zu erfolgen hat. Insoweit lohnt sich erneut ein sorgfältiger Blick in den Arbeitsvertrag.  Findet sich in diesem keine besondere Vereinbarung, sind die Arbeitsmaterialien grundsätzlich am Erfüllungsort zurückzugeben. Dies ist normalerweise der Arbeitsplatz. Eine postalische Sendung ist somit möglich. Hierbei trägt allerdings der Arbeitnehmer das Risiko, dass die Schlüssel auf dem Weg zum Arbeitgeber untergehen könnten. Es empfiehlt sich daher auch zur Vermeidung eventueller Streitigkeiten über den Zugang stets eine persönliche Übergabe.

Warum betont der Bewerber seine Schwerbehinderung?

 Das ausdrückliche Betonen der Schwerbehinderung eines Bewerbers kann mitunter nur ein freundlicher Hinweis sein. Dies beseitigt im Vorfeld mögliche Missverständnisse. Außerdem kann so ein frühzeitiges Anpassen des Arbeitsplatzes erfolgen. Das Aufklären der Schwerbehinderung birgt für den möglichen Arbeitgeber unter Umständen jedoch auch besondere Risiken. Unterlaufen ihm bei bekannter Schwerbehinderung im Vorstellungsgespräch oder im Anbahnungsprozess Fehler, kann dies diskriminierend sein. Hier kann für den Bewerber häufig ein Schadensersatzanspruch entstehen. Bei Schadensersatzansprüchen aus dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) besteht für den Arbeitgeber häufig das Problem einer Beweislastumkehr. Dazu kommen Beweisschwierigkeiten, die es unmöglich machen, eine Diskriminierung zu widerlegen. So besteht für jeden Arbeitgeber beispielsweise die Pflicht den Eingang der Bewerbung eines Schwerbehinderten unverzüglich an die Schwerbehindertenvertretung weiterzuleiten. Auch besondere Informationspflichten gegenüber der Agentur für Arbeit dürfen hier nicht vernachlässigt werden.

Ich habe die Schlüssel verloren. Muss ich für den Schaden aufkommen?

 Kann die Schlüsselübergabe bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses nicht mehr in Natura erfolgen, so macht sich der Beschäftigte schadensersatzpflichtig. Ist aus diesem Grund ebenfalls aus Sicherheitsgründen auch ein Austausch der Schließanlage erforderlich, so kann sich die Ersatzpflicht gegebenenfalls ebenso auf diese Kosten ausdehnen. Diese Schadensersatzpflicht erlischt hierbei nicht mit Beenden des Arbeitsverhältnisses. Möglicherweise gelten aber Ausschlussfristen des Arbeitsvertrags. Bei Unsicherheiten empfiehlt sich spätestens an dieser Stelle die Mandatierung eines auf das Arbeitsrecht spezialisierten Rechtsanwalts.

2019-07-15T11:28:25+01:00

Steinbock und Partner