Schadensersatz Wirecard

Der Fall Wirecard hat Bürger, Medien und Behörden in den vergangenen Jahren gleichermaßen beschäftigt. Insbesondere stellt sich aber auch die Frage der betroffenen Anleger, ob ein Anspruch auf Schadensersatz besteht. Wirecard war insbesondere in den Jahren 2018 und 2019 aufgrund positiver Bewertungen und zahlreicher Kaufempfehlungen durch die Analysten ein beliebtes Investitionsobjekt für zahlreiche Anleger. Bereits in diesen Jahren liefen jedoch Untersuchungen wegen Marktmanipulation durch die BaFin. Die Anleger wurden jedoch insofern weiter bestätigt, als auch die zuständige Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young in den entsprechenden Geschäftsberichten stets einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk ausstellte.

Im Laufe des Jahres 2020 klärte sich dann der Sachstand um Wirecard auch für die Anleger aufgrund der fortschreitenden Ermittlungen von BaFin und BMF weiter auf. Am 18.06.2020 wurde schließlich Anzeige durch die BaFin gegen Wirecard wegen Bilanzbetrug erstattet und am 25.06.2020 wurde durch Wirecard der Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens gestellt.

Für die Anleger verbleibt nun insbesondere die Frage, ob ihnen neben der Strafrechtlichen Verfolgung der Beteiligten auch zivilrechtlich Ansprüche auf Schadensersatz zustehen.

Oberlandesgericht München bestätigt Vorlagebeschluss des Landgerichts München

In der Frage zu Ansprüchen auf Schadensersatz für betroffene Anleger in der Sache Wirecard hat es nunmehr weitere Entwicklungen gegeben.

Das Landgericht München I hat mit Vorlagebeschluss zum Bayerischen Obersten Landesgericht die Aufnahme einer Musterschadensersatzklage beantragt.

Dieser Vorlagebeschluss zur Klärung von Musterfeststellungsanträgen bezüglich Ansprüche auf Schadensersatz nach dem Kapitalanleger-Musterverfahrensgesetz (KapMuG) wurde nunmehr auch durch das OLG München bestätigt. Dieses hat mit Beschlüssen vom 06.05.2022 und 18.05.2022 entsprechende Verfahren wegen Schadensersatz gegen Wirecard unter Verweis auf das Kapitalanlagemusterverfahren eingestellt hat.

Auch das LG München I hat mit Beschluss vom 27.06.2022 ein weiteres Verfahren wegen Schadensersatz ausgesetzt.

Es ist davon auszugehen, dass in der nächsten Zeit auch noch weitere Klagen in der Sache erhoben werden und die Verfahren ebenfalls ausgesetzt werden, um zunächst die Entscheidung der gemeinsamen Fragen im Wege des Musterverfahrens herbeizuführen.

Schadensersatzansprüche gegen Ernst & Young und Wirecard Chef Markus Braun

In diesen nunmehr anstehenden Prozess sind Vorfragen zum bestehen von Schadensersatzansprüchen gegen den Wirecard-Chef Markus Braun sowie gegen die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young zu prüfen.

Hierbei werden in dem Vorlagebeschluss gemeinsame Fragen, die alle Verfahren betreffen zusammengefasst und einheitlich geklärt, um den Verbrauchern und Anlegern eine bessere Klarheit über mögliche Ansprüche auf Schadensersatz zu verschaffen.

Das Bayerische Oberste Landesgericht hat zunächst angekündigt, die Zulässigkeit des Musterverfahrens zu prüfen. Nach Abschluss dieser Prüfung ist ein Beschluss zur Eröffnung des Kapitalanlagemusterverfahrens in Bezug auf Schadensersatzansprüche gegen Wirecard und Ernst & Young zu erwarten.

Wir melden Ihre Ansprüche in der Musterfeststellungsklage an

Das Bayerische Oberste Landesgericht wird einen Musterkläger bestimmen, für den dieses Musterverfahren zur Prüfung allgemeiner Fragen bezüglich Ansprüche auf Schadensersatz durchgeführt wird. Gleichzeitig wird diese Handlung im Klageregister des elektronischen Bundesanzeigers bekanntgemacht, was eine sechsmonatige Frist auslöst. Innerhalb dieser Frist müssen dann alles Betroffenen, die noch keine Klage erhoben haben, ihren Anspruch anmelden, um an dem Musterverfahren beteiligt zu werden.

Es herrscht dabei die Pflicht zur Vertretung durch einen Rechtsanwalt, welche auch für die Anmeldung der Ansprüche auf Schadensersatz selbst bereits gilt.

Diese Anmeldung verhindert eine Verjährung der Ansprüche der Betroffenen und ermöglicht, ohne großes Kostenrisiko einige Rechtsfragen hinsichtlich bestehender Schadensersatzansprüche klären zu lassen.

Eine rechtliche Bindungswirkung entfaltet das Musterverfahren jedoch nur gegenüber jenen Klagen auf Schadensersatz, die bereits vor der Eröffnung anhängig waren. Alle Betroffenen, die Ihre Ansprüche im Musterverfahren angemeldet haben, werden über alle Schritte zwar informiert, müssen ihre persönlichen Ansprüche auf Schadensersatz aber im Anschluss individuell durchsetzen beziehungsweise einklagen. Besonders vorteilhaft ist jedoch das geringe Risiko, was mit der Anmeldung zum Musterverfahren verbunden ist. Gleichzeitig ermöglicht es nämlich, die individuelle Klage dann erst mit erheblichem Informationsvorsprung und damit unter deutlich klareren Rahmenbedingungen zu erheben.

Kompetente Unterstützung durch unsere Rechtsanwälte für Schadensersatz

Gerne unterstützen wir Sie bei der Anmeldung Ihrer Ansprüche zum Musterverfahren sowie bei der anschließenden Durchsetzung Ihrer Ansprüche, soweit sich dies als erfolgsversprechend nach dem Ergebnis des Musterverfahrens darstellt. Wir informieren Sie zunächst über die bestehenden Möglichkeiten und informieren Sie stets über die nächsten Schritte. Wir beraten Sie dabei in jedem Status des Verfahrens und begleiten Sie auf dem Weg hin zur Durchsetzung der individuellen Ansprüche auf Schadensersatz.

Die Anwälte unserer Kanzlei mit Filialen unter anderem in Würzburg, München und Gotha stehen Ihnen bundesweit gern als Rechtsbeistand zur Seite. Vereinbaren Sie für Ihr Anliegen einfach ein Gespräch, das dank unserer technischen Ausstattung auch telefonisch oder online durchgeführt werden kann. Darüber hinaus können Sie auch gerne unseren kostenlosen „Rückruf-Service“ nutzen, unter 0931 22222 anrufen oder eine Email an info@steinbock-partner.de schicken.

Weitere Informationen:

https://www.justiz.bayern.de/gerichte-und-behoerden/bayerisches-oberstes-landesgericht/presse/2022/3.php

https://www.zeit.de/news/2022-03/16/weg-fuer-wirecard-musterklage-gegen-ey-geebnet