Verkehrsstrafrecht

Die Liste der möglichen Delikte bei Verkehrsstrafsachen ist lang. In Betracht kommen Verkehrsdelikte wie z. B.: Fahren ohne Fahrerlaubnis (§ 24 StVG), Fahren unter Alkoholeinfluß (§ 316 StGB, § 24 a StVG), Fahrerflucht (§ 142 StGB), fahrlässige Körperverletzung (§ 223 StGB) oder gar fahrlässige Tötung (§ 222 StGB), sowie Gefährdungsdelikte des gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr (§§ 315 b, 315c StGB).

Jeder dieser Verstöße fordert aus anwaltlicher Sicht einen anderen Verteidigungsansatz, jedoch ist allen Delikten gemeinsam, dass der Beschuldigte von seinem Recht, die Aussage zu verweigern, Gebrauch machen sollte, um keine nachteiligen Fakten durch Selbstbelastung zu schaffen. Die Praxis zeigt, dass Beschuldigte beim ersten Zugriff durch die Polizei Angaben zur Sache machen, die sich später als belastend und nachteilig herausstellen. Dies deshalb, weil etwas ohne Überlegung gesagt wurde, wo besser nichts hätte gesagt werden sollen oder weil das, was gesagt wurde, nicht richtig festgehalten wurde.

Angaben zur Sache können - wenn erforderlich und Schweigen nicht die bessere Alternative ist - ohne Rechtsnachteile in einem späteren Stadium des Ermittlungsverfahrens gemacht werden. Vorteil davon ist, dass man die Ermittlungsakte und damit die belastenden Umstände kennt und somit keine Erklärungen ins Blaue hinein gemacht werden. Lediglich Angaben zur Person müssen gemacht werden.

Der Benachteiligte ist meistens nur der Beschuldigte. Seine Täterschaft ist schlimmstenfalls nur geraten und die Höhe des Einkommens durch den Staatsanwalt nur grob geschätzt. Schließlich kann es sein, dass die Tagessatzhöhe über 90 Tagessätze liegt, so gilt man dann noch als vorbestraft.

Insbesondere nach einem Unfall sollten Sie gleich anwaltliche Unterstützung einholen, da schon in der Formulierung des Unfallgeschehens irreparable Fehler gemacht werden können. Wir vertreten Sie auf dem Gebiet des Verkehrsstrafrechts in allen Stadien des Strafverfahrens von der ersten polizeilichen Vernehmung bis zum rechtskräftigen Abschluss des Verfahrens, einschließlich der Verteidigung gegen Zwangsmaßnahmen.

Steht eine Blutentnahme etwa bei Trunkenheits- bzw. Drogendelikten an, sollte diese abgelehnt werden, mit dem Hinweis, dass keine richterliche Anordnung vorliegt. Das BVerfG hat entschieden, dass es bei Blutentnahmen - wie bei Hausdurchsuchungen - einer richterlichen Anordnung bedürfen. Nur bei Gefahr in Verzug kann ausnahmsweise die Einholung einer richterlichen Anordnung entbehrlich sein. Achtung: Gefahr in Verzug liegt aber nicht immer dann vor, wenn die Beamten der Ansicht sind. Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen und verlangen Sie einen Verteidiger.

In Verkehrsstrafsachen arbeitet der Staatsanwalt oftmals bei "Standardverstößen" mit einem sog. Strafbefehl. Einen Strafbefehl muss man sich wie ein Urteil ohne Verhandlung vorstellen. Der Staatsanwalt beantragt eine seiner Meinung nach gerechte Strafe, ohne dass die Täterschaft bis ins letzte Detail geprüft wird. Aufgrund der Überarbeitung der Richter wird ein Strafbefehl auch bei Gericht gern aufgegriffen, da ein Verfahren so schnell und effektiv abgeschlossen werden kann.