Zugewinn - ....bis auf`s letzte Hemd!!!!

Mein Haus, mein Pferd, mein Geld - mein Zugewinn! Auch nach der Scheidung? Die Problematik des Zugewinns.

Bei einer Scheidung muss oft auch der Ausgleich des Vermögens (Sparguthaben, Aktien, Grundstücke etc.) erfolgen, mithin der Zugewinn geregelt werden.

Es gibt drei Güterstände, die nicht alle den Zugewinn kennen:

  • Wenn nichts bei der Eheschließung vereinbart wurde, gilt der sog. gesetzliche Güterstand, d.h. die Zugewinngemeinschaft. Das ist die Regel. Hier wird der Zugewinn / Zugewinnausgleich berechnet.
  • Bei einer Gütertrennung erfolgt überhaupt kein Ausgleich der Vermögenswerte bei der Scheidung. Zugewinn ist irrelevant.
  • Möglich ist auch eine Vereinbarung einer Gütergemeinschaft, die aber nur noch sehr selten (im ländlichen Bereich) üblich ist. Auch hier ist der Zugewinn irrelevant.

Was ist der Zugewinn?

Als Zugewinn wird der Vermögenszuwachs während der Ehe bezeichnet. Das ist also der Betrag, der übrig bleibt, wenn man vom Endvermögen (d.h. das „positive“ Vermögen, das man hat, wenn der Scheidungsantrag zugestellt wird) das Anfangsvermögen (inflationsbereinigtes Vermögen bei Eheschließung) abzieht (= Zugewinn).

Hat zum Beispiel der Ehemann bei der Scheidung ein Vermögen von € 210.000, besaß aber bei der Eheschließung nur € 10.000, so beträgt sein Zugewinn € 100.000. Beträgt der Zugewinn der Ehefrau € 50.000, so errechnet sich ihr Zugewinnausgleichsanspruch wie folgt:

(€ 200.000 (Zugewinn Mann) - € 50.000 (Zugewinn Frau)) : 2 = € 75.000,00

Sollte einer der Ehegatten während der Ehe etwas erben oder von den Eltern etwas geschenkt bekommen, wird das Erbe oder Geschenk grds. dem Anfangsvermögen zugerechnet und die reine Schenkung/ Erbe vermehrt den Zugewinn nicht.