Auseinandersetzung von Erbengemeinschaften

Die Erbengemeinschaft entsteht häufig ungewollt, weil der Erblasser kein Testament erreichtet hat, sondern mehrere gesetzliche Erben hinterlässt, die dann Miterben werden. In dieser Konstellation prallen häufig unterschiedliche Erwartungen und Interessen aufeinander.

Streit in einer Erbengemeinschaft – Ihre Rechte

Der Nachlass ist nur gemeinschaftlich zu verwalten, ebenso kann keiner der Miterben ohne die Zustimmung der anderen über einzelne Nachlassgegenstände verfügen.

Ein Beispielsfall aus unserer Praxis: Die 4 Geschwister, die ihren Vater beerbt haben, mussten Monate darauf verwenden, sich darüber einig zu werden, an wen und zu welchem Preis das vererbte Haus, verkauft werden kann.  

Bei der Verwaltung des Nachlasses muss zwischen ordnungsgemäßen Verwaltungsmaßnahmen, außerordentlichen Verwaltungsmaßnahmen und Notmaßnahmen unterschieden werden, da in einigen Fällen die Mehrheit der Erbquoten ausreicht, um gegen den Willen der übrigen Miterben entscheiden zu können, in anderen Fällen auch ein Miterbe ausnahmsweise alleine handeln kann.

Ist das Dach des Hauses marode und sind ohne zeitnahe Reparatur Folgeschäden zu erwarten, darf ein Miterbe als Maßnahme der außerordentlichen und notwendigen Verwaltung den Reparaturauftrag alleine vergeben, mit Wirkung und Kostentragungspflicht für und gegen alle.

Oftmals gibt es auch nur einen Miterben, der die auf die Erben übergegangenen Schulden und Verbindlichkeiten alleine weiter trägt, wie bspw. Hausverwaltungskosten oder Grundsteuern. Um einen gerechten Ausgleich entsprechend der Erbquoten zu schaffen, kann man die entsprechenden Kostenanteile bereits vor einer Erbauseinandersetzung einklagen. Dies stellt keine vorweggenommene Teilauseinandersetzung dar.

Wie lange besteht eine Erbengemeinschaft?

Für die Auseinandersetzung einer Erbengemeinschaft gibt es keine Fristen, grundsätzlich kann daher eine Erbengemeinschaft jahrzehntelang bestehen und beibehalten werden. Problematisch wird es vor allem dann, wenn im Laufe der Zeit ein Miterbe verstirbt und weitere Erben hinterlässt. Die Erbengemeinschaft wird hierdurch automatisch um die Erbeserben erweitert, was – dies ist leicht vorstellbar – zu weiteren Zankereien führt.

Ein Beispielsfall aus unserer Praxis: Ein US-amerikanischer Staatsbürger mit erheblichem Nachlass in Deutschland verstarb und hinterließ als seine gesetzlichen Erben insgesamt 9 Personen, allesamt schwer zu ermitteln und zu kontaktieren. Zwischenzeitlich war ein gesetzlicher Erbe nachverstorben, dessen Erben nunmehr unbekannt sind. Die Bank in Deutschland gibt das Bankvermögen nicht frei, da von allen Erben eine übereinstimmende Auszahlungserklärung vorliegen muss, die bis heute nicht möglich ist.

Möglichkeiten zur Auseinandersetzung einer Erbengemeinschaft – Abschichtungsvertrag, Erbteilskauf oder Erbauseinandersetzungsklage

Als einzige Möglichkeit sich gegen den Willen der anderen aus der Erbengemeinschaft zu lösen erscheint oftmals nur die Teilungsversteigerung. Diese funktioniert allerdings nur, wenn der Erblasser ein Haus vererbt, zudem bringt diese Art der Auseinandersetzung erhebliche Nachteile für alle Miterben mit sich, insbesondere weil das Haus regelmäßig weit unter Wert verwertet wird und sich die Miterben mit dem dürftigen Versteigerungserlös zufrieden geben müssen. Über den restlichen Nachlass muss weiter verhandelt werden. Langwierige Erbauseinandersetzungen zum Leidtragen aller sind damit vorprogrammiert.

Neben der Teilungsversteigerung gibt es eine Vielzahl von anderen Möglichkeiten, eine Erbengemeinschaft aufzulösen bzw. sich aus einer solchen zu lösen. Der Abschichtungsvertrag, der in konkreten Fällen nicht einmal der Mitwirkung eines Notars bedarf, ist nur eine davon. Der Erbteilskauf bietet eine sinnvolle Lösung, die Erbengemeinschaft durch die übrigen Miterben fortzusetzen. Eine Erbauseinandersetzungsklage, die zum Ziel eine gerichtliche Entscheidung über die Verteilung des Nachlasses hat, setzt einen konkreten vom Miterben zu erstellenden Teilungsplan vor. Fällt in den Nachlass ein Grundstück, muss dieses in den meisten Fällen vorab versteigert werden, andernfalls kann das Gericht die Teilungsklage abweisen. Die vielschichten Möglichkeiten der Auseinandersetzung überfordert viele Betroffene, die ja mit dieser Materie naturgemäß nur selten vertraut sind. Wir übernehmen den Schriftverkehr und sorgen für eine schnelle Abwicklung, bei der die Interessen unserer Mandanten gewahrt werden.

Streit um das Erbe durch ein Testament vermeiden

Wie lassen sich solche langwierigen Auseinandersetzungen in Erbengemeinschaften durch den Erblasser von Beginn an und vermeiden? Zunächst ist die gesetzliche Erbfolge zu prüfen und sodann die Notwendigkeit eines Testaments in Betracht zu ziehen. Doch damit ist es meist noch nicht getan. Testamentarische konkrete Regelungen wie der Einsatz eines Testamentsvollstreckers oder Anordnungen über den grundsätzlichen Umgang mit dem eigenen Vermögen nach seinem Tod bzw. zur Aufteilung des Vermögens sind der einzig sinnvolle Weg um solchen unerwünschten Folgen vorzubeugen. Der Testamentsvollstrecker bzw. die Erben haben dadurch konkrete Anweisungen zur Hand, wie sie mit dem Nachlass verfahren sollen. Wir beraten Sie individuell und ausgehend von Ihrer konkreten Situation und Ihren Wünschen erstellen wir für Sie das passende Testament.

Kompetente Beratung zur Erbauseinandersetzung durch eine Fachanwältin für Erbrecht

Rechtsanwältin Verena Finkenberger verfügt über besonderes theoretisches Wissen sowie praktische Erfahrungen auf dem Gebiet des Erbrechts. Die Rechtsanwaltskammer Bamberg hat ihr deshalb den Titel Fachanwältin für Erbrecht verliehen. Seit drei Jahren hält sie regelmäßig Vorträge in den Seniorenwochen, die im Landkreis Würzburg veranstaltet werden.

Über ein Pauschalhonorar oder ein Stundenhonorar wird individuell mit Ihnen und abhängig von der rechtlichen Fragestellung, Schwierigkeit und den Umfang Ihrer Angelegenheit in einem gemeinsamen Beratungsgespräch entschieden.

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